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Santiago de Compostela, Spain: Reiseführer

Das Ziel des Jakobswegs: Galiciens granitene Pilgerhauptstadt voll Meeresfrüchten, keltischer Klänge und einer legendären Kathedrale.

  • Beste Zeit: Mai bis Juni und September (weniger Andrang als im Juli und August)
  • Tagesbudget: $100 bis $200 USD
  • Ideale Reisedauer: 2 bis 3 Tage

Santiago de Compostela ist das Ziel des Jakobswegs. Pilger aus ganz Europa wandern hunderte von Kilometern, um die Praza do Obradoiro und die Granittürme der Kathedrale zu erreichen, in der das Grab des Apostels Jakobus liegen soll. Die Altstadt ist ein Labyrinth aus Bogengängen, Tavernen mit Meeresfrüchten, galicischer Dudelsackmusik und regennassen Pflastersteinen. Joy Plus verbindet die Rituale der Kathedrale perfekt mit Tapasbars in der Rúa do Franco und Ausflügen an die raue Costa da Morte.

Viertel

  • Casco Vello (Altstadt): Der von der UNESCO geschützte Kern aus Granit rund um die Kathedrale, voll von Bogengängen, Tapasbars und historischen Pilgerstätten.
  • Ensanche: Das moderne Einkaufs- und Wohnviertel südlich der Altstadt mit vielen einheimischen Lokalen und kaum Touristen.
  • San Pedro: Der historische Zugang für Pilger in die Stadt, ein ruhiges, entspanntes Viertel mit guten lokalen Bars.
  • Parque da Alameda: Der grüne Park westlich der Altstadt mit dem klassischen Postkartenblick auf die Kathedrale.

Was tun

  • Die Kathedrale und den Pórtico da Gloria besichtigen: Der romanische Pórtico da Gloria am Haupteingang zählt zu den bedeutendsten bildhauerischen Meisterwerken des europäischen Mittelalters. Buche eine Führung, um ihn aus nächster Nähe zu erleben.
  • An der Pilgermesse teilnehmen: Die Pilgermesse findet täglich mittags (und oft auch um 19:30 Uhr) statt. Gelegentlich schwingt dabei das riesige Weihrauchfass Botafumeiro, eines der eindrucksvollsten Rituale des europäischen Christentums.
  • Die Dachtour der Kathedrale machen: Der geführte Rundgang über die Granitdächer eröffnet fantastische Ausblicke auf die Altstadt und führt über historische Pfade, die schon im Mittelalter begangen wurden.
  • Pulpo á feira in einer Taverne probieren: Gekochter Oktopus nach galicischer Art mit Paprikapulver, Olivenöl und grobem Salz ist ein kulinarisches Aushängeschild der Region. Am besten kostet man ihn in der Rúa do Franco oder im Mercado de Abastos.
  • Durch den Mercado de Abastos schlendern: Santiagos Markthalle für frische Lebensmittel und Meeresfrüchte bietet den besten Einblick in die galicische Fischereikultur. Einige Stände bereiten den Einkauf sogar direkt vor Ort zu.

Geheimtipps

  • Der Glockenturm 'A Berenguela' im Licht des Sonnenuntergangs vom Alameda-Park aus gesehen.
  • Percebes (Entenmuscheln) in urigen Meeresfrüchtebars in den Seitengassen.
  • Das Museum der Wallfahrten und von Santiago an der Praza das Praterías.
  • Die regenglänzenden Gassen des Casco Vello an einem stürmischen Abend.

Was essen

  • Pulpo á feira (Krake nach galicischer Art)
  • Empanada gallega (herzhaft gefüllte Teigtasche)
  • Percebes (Entenmuscheln) und Schwertmuscheln
  • Tarta de Santiago (Mandelkuchen) und Albariño-Wein

Unterwegs

Die Altstadt von Santiago ist komplett autofrei und so überschaubar, dass man sie in 15 Minuten durchqueren kann. Der Flughafen (SCQ) liegt 10 km östlich des Zentrums und ist mit den regulären Bussen von Empresa Freire in etwa 30 Minuten erreichbar. Bahnhof und Busbahnhof sind nur einen kurzen Spaziergang oder eine günstige Taxifahrt von der Altstadt entfernt. Für Ausflüge an die Küste empfiehlt sich ein Mietwagen oder eine geführte Tour.

Sicherheit

Santiago de Compostela ist für Alleinreisende zu jeder Tages- und Nachtzeit sehr sicher. Kriminalität beschränkt sich fast ausschließlich auf seltene Taschendiebstähle im Gedränge rund um die Kathedrale. Die größere Herausforderung ist das Wetter: Galicien ist für häufigen Regen bekannt, daher gehört wetterfeste Kleidung selbst im Sommer ins Gepäck. Zudem können die Granitsteine bei Nässe sehr rutschig werden.

Häufige Fragen

Wie viele Tage sollte man für Santiago de Compostela einplanen?

Zwei bis drei Tage sind ideal. Ein Tag reicht für die Kathedrale, die Praza do Obradoiro, den Pórtico da Gloria und eine Pilgermesse. Am zweiten Tag lassen sich die Dachtour, der Mercado de Abastos und die Tapasbars der Rúa do Franco erkunden. Ein dritter Tag eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug nach Finisterre (das einstige Ende der Welt) und an die Costa da Morte.

Muss man den Jakobsweg gewandert sein, um Santiago zu besuchen?

Ganz und gar nicht. Santiago de Compostela ist ein fantastisches eigenständiges Reiseziel mit einem gut angebundenen Flughafen, einer geschützten Altstadt und exzellenter Küche. Viele Reisende kommen einfach mit dem Flugzeug oder Zug an und gehen keinen einzigen Schritt auf dem Pilgerweg. Die Kathedrale, die Tapasszene und Ausflüge an die Küste sind Grund genug für eine Reise.

Wann schwingt der Botafumeiro?

Das riesige Weihrauchfass schwingt nicht bei jeder Messe. Garantiert zum Einsatz kommt es an wichtigen kirchlichen Feiertagen (wie dem 25. Juli, dem Fest des heiligen Jakobus, und an Ostern) sowie häufig freitags in der Messe um 19:30 Uhr. Ansonsten schwingt es, wenn eine Pilgergruppe die Kosten dafür übernommen hat. Wer gute Sicht haben möchte, sollte mindestens 45 Minuten vor Beginn da sein.

Wann ist die beste Reisezeit für Santiago de Compostela?

Mai bis Juni und der September bieten die beste Kombination aus angenehmem Wetter und moderaten Besucherzahlen. Juli und August sind die Hauptsaison auf dem Jakobsweg mit den meisten Pilgern und den höchsten Hotelpreisen. Am 25. Juli (Jakobstag) findet zudem das größte Fest des Jahres statt. Der Winter ist günstig, stimmungsvoll und sehr regenreich.

Ist Santiago de Compostela für Alleinreisende sicher?

Ja, es ist eine der sichersten Städte Spaniens mit einer überschaubaren Fußgängerzone, in der dank vieler Pilger und Studenten bis spät in die Nacht Leben herrscht. Auch alleine essen zu gehen ist absolut üblich, besonders durch die ungezwungene Tapaskultur. Übliche Vorsicht vor Taschendieben im Umfeld der Kathedrale reicht völlig aus.

Wie reist man nach Santiago de Compostela an?

Am besten fliegt man zum Flughafen Santiago de Compostela (SCQ), der von Fluggesellschaften wie Ryanair, Vueling und Iberia von vielen europäischen Drehkreuzen angeflogen wird. Von dort fährt der Bus von Empresa Freire in etwa 30 Minuten ins Zentrum. Schnelle AVE-Züge verbinden Madrid in rund 3 Stunden und 15 Minuten mit Santiago, während Alvia-Züge Verbindungen nach Porto, Vigo und A Coruña bieten.

Lohnt sich eine Reise nach Santiago de Compostela?

Ja, absolut. Selbst für Menschen ohne religiöses Interesse ist die Kathedrale eines der beeindruckendsten mittelalterlichen Bauwerke Europas. Die Altstadt aus Granit zählt völlig zu Recht zum UNESCO-Welterbe, und die galicische Gastronomie rund um Pulpo, Albariño-Wein und Empanadas gehört zu den Höhepunkten Spaniens. Zudem ist die Stadt ein hervorragender Ausgangspunkt für Fahrten an die wilde Atlantikküste.


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